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Mitglied seit einem halben Jahr – ein Resümee

von Eva Rietschel

Mitte September 2010 zog ich von Bayern nach Berlin Steglitz-Zehlendorf, um Jura an der FU zu studieren. Gleich am ersten Studientag wurde mir ein roter Flyer in die Hand gedrückt mit der Aufschrift „Die Kritischen“ und mit einem (Anarchie)Stern bedruckt. Die kritischen Jurist_Innen. Die Flyer hatten großen Anklang bei den Erstsemestlern. Wahrscheinlich weil alles noch so neu und aufregend für uns „frische“ Studenten war. So ist das also in Berlin, dachte ich mir. Die damalige Rot-Rote Regierung Berlins wurde sofort nur durch diesen einen Flyer assoziiert und in mein Gedächtnis gerufen. Da wurde man gleich auf den harten Boden der Realität zurückgebracht. Ich war nun in Berlin angekommen. Keine CSU mehr. Eine ganz neue Erfahrung für einen Bayer. Mich ließ diese Erfahrung aber nicht los. Ich wollte mich politisch engagieren, aber natürlich bei einer Sache hinter der ich 100% stehe. Das ist ja klar. Die „Kritischen Juristen“ kamen für mich nicht in Betracht. Ich erinnerte mich, dass mein Bruder zu seiner Schulzeit bei der JU in Bayern einst Mitglied war. Die Wertvorstellungen der CDU haben auch mich immer schon am meisten angesprochen.

Ich entschied mich auch Mitglied bei der JU zu werden. Zum einen um ein deutliches Zeichen gegen „Rot“ zu setzen, zum anderen habe ich mir davon nette Bekanntschaften erhofft. Und ich wurde nicht enttäuscht. Auf der Suche nach Informationen habe ich natürlich als erstes die Homepages der einzelnen Kreisverbände durchsucht und bin in diverse Gruppen bei Facebook eingetreten. Schließlich habe ich mich für den Kreisverband Steglitz-Zehlendorf entschieden – um ehrlich zu sein aus Bequemlichkeitsgründen, da die Geschäftsstelle nur wenige Busstationen von meiner Wohnung entfernt liegt. Ich trug mich also in das Antragsformular im Internet auf der Homepage ein. Kurz darauf sprach mich Björn Wohlert (JU Reinickendorf) an, der ebenfalls an der FU Jura studiert, ob ich denn jetzt schon Mitglied sei. Er half mir den ersten Kontakt mit den Mitgliedern des Kreisverbandes  zu finden und begleitete mich zu meinem ersten Jour Fixe in der Geschäftsstelle in Zehlendorf. Dort begrüßte man mich sehr freundlich, war aufgeschlossen und wollte mich kennenlernen. Nach den ersten Stunden in der Geschäftsstelle fühlte ich mich schon als fester Teil der Gemeinschaft. Ich gehe nun seit einem halben Jahr nahezu immer zu jeder Veranstaltung der JUSZ, zum einen wegen den unglaublich interessanten Vorträgen von diversen bekannten Persönlichkeiten und hitzigen Diskussionsrunden, zum anderen auch um mich mit den dort gewonnen Freunden zu treffen. Die Stimmung ist immer gut und mit Freude und Zusammenhalt haben wir auch stressige Zeiten wie den Wahlkampf hervorragend und mit Spaß gemeistert mit dem super Ergebnis einer neuen Regierung. Es ist ein außerordentlich tolles Gefühl, einen kleinen Teil mit vielen Anderen in einer tollen Gemeinschaft beizutragen, um etwas Großes zu verändern.